Neue Grundsteuer-Berechnung

Jeder Grundstückseigentümer und jeder Immobilienbesitzer in Deutschland zahlt Grundsteuer. Weil das Bundesverfassungsgericht die bisherige Besteuerung auf Grundlage veralteter Einheitswerte aufgehoben hat, müssen die Bundesländer und Kommunen die Grundsteuer neu berechnen. Dazu haben sie bis Ende 2024 Zeit, ab 2025 gilt dann die neue Steuer nach der Grundsteuerreform. Auf Grundstücksbesitzer kommt einige Arbeit zu. Was ist zu tun?

Abgabe Feststellungserklärung: Was sind die Fristen?

Geplant ist, dass die Finanzämter im Juni alle Grundstücksbesitzenden zur Abgabe einer Feststellungserklärung auffordern. Sie dient als Grundlage für die Neuberechnung der Grundsteuer. Wer Post erhält, sollte zügig aktiv werden und die gewünschten Daten zusammentragen. Denn bereits ab 1. Juli dieses Jahres startet die elektronische Datenübermittlung an das Finanzamt. Die Datenerfassung läuft bis 31. Oktober 2022.

Feststellungserklärung Grundsteuer: Wie erfolgt die Datenübertragung?

Die angeforderten Informationen müssen Immobilien- beziehungsweise Grundstückseigentümer über das Steuerportal ELSTER online an das zuständige Finanzamt übermitteln. Wer noch nicht beim elektronischen Steuerportal des Finanzamts angemeldet ist, sollte dies alsbald tun und sich mit dem Programm vertraut machen. Denn Briefe und Faxe sind im Rahmen der Feststellungserklärung nicht vorgesehen. In begründeten Ausnahmefällen soll dies aber möglich sein.

Neue Grundsteuer: Welche Daten werden benötigt?

Wie das Bundesfinanzministerium auf seiner Internetseite informiert, sind zum Stichtag 1. Januar 2022 folgende Angaben erforderlich: Lage des Grundstücks, Grundstücksfläche, Bodenrichtwert, Nutzungsart, Wohnfläche, Baujahr des Gebäudes. Je nach Bundesland sind zusätzliche Angaben notwendig.

Für jedes Grundstück muss eine gesonderte Erklärung abgegeben werden.

Bundesmodell (gilt auch in Schleswig-Holstein):

Elf Bundesländer folgen dem sogenannten Bundesmodell. Dieses werteorientierte Verfahren berücksichtigt individuelle Grundstücksfaktoren wie aktuelle Miet- und Bodenpreise, aus denen ein detaillierter Verkehrswert ermittelt wird. Dafür werden neben den oben genannten Punkten zusätzlich die Nettokaltmiete, die Zahl der Wohnungen sowie die Immobilienart erfasst.

Wo finde ich die erforderlichen Daten?

Erforderliche Grundbuchdaten wie Flurnummer oder Fläche des Grundstücks finden Eigentümer entweder in ihren Grundbuchauszügen, die häufig dem Kaufvertrag beiliegen, oder beim Grundbuchamt. Die Information erhält man kostenlos, auch bei postalischem Versand, allerdings kann das einige Wochen dauern.

Um den Bodenrichtwert zu ermitteln, wird ein separates Portal "Bodenrichtwerte für Grundsteuerzwecke" erstellt.
Der Link wird rechtzeitig zur Erklärungsabgabe auf der Internetseite des Finanzministeriums www.schleswig-holstein.de/grundsteuer und in ELSTER veröffentlicht.

Müssen Angaben zur Wohnfläche gemacht werden, wird es schnell knifflig. Die im Kauf- oder Mietvertrag genannten Quadratmeterzahlen können weiterhelfen, aber auch nur dann, wenn sie wirklich stimmen. Nachmessen kann nicht schaden, vor allem wenn das Gebäude saniert oder modernisiert wurde. Ist neuer Wohnraum im Dachgeschoss oder Souterrain entstanden, wurde ein Balkon nachträglich angebaut? Immer wieder strittig ist die anzusetzende Quadratmeterfläche. Es gilt: Balkone, Terrassen, unbeheizte Wintergärten und Dachschrägen zwischen 1 und 2 Meter Raumhöhe zählen nur zu 50 Prozent, Keller, Treppen und Abstellräume gar nicht. Wer sich unsicher ist, kann für ein paar hundert Euro einen Vermesser bestellen.

Was passiert, wenn man die Feststellungserklärung versäumt?

Wer die Feststellungserklärung verspätet oder gar nicht abgibt, und auch nach einer Ermahnung nicht aktiv wird, der riskiert entweder einen Verspätungszuschlag oder ein Bußgeld.

Update:

Die meisten Bundesländer wollen "Infoschreiben" zur Grundsteuer an die Eigentümer versenden. Darin sollen ggf. schon vorhandene Daten zur Immobilie und Infos zur Steuererklärung enthalten sein. Die momentane Planung für Schleswig-Holstein sieht so aus, dass im Juni die Eigentümer kontaktiert werden.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass im Einzelfall auch enge Angehörige, wie zum Beispiel die Kinder, über den eigenen Elster-Zugang die notwendigen Daten liefern können und dürfen. Alternativ wird es möglich sein, die Meldung über Vordrucke in Papierform vorzunehmen.

Informationen der Landesregierung lesen Sie auch hier:

Finanzen - Grundsteuerreform - schleswig-holstein.de

 

Bei Fragen zu diesem Thema sind wir Ihnen gern behilflich!

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